Wandern und Reiten verbinden Abenteuer, sportliche Betätigung im Freien und Naturgenuss. Orientierung im Gelände ist bei beiden Aktivitäten essentiell. Was DWV-Wanderführer an der Heimat- und Wanderakademie Bayern lernen, ist deshalb für Orientierungsreiter genauso wichtig.

“Seit mehr als 30 Jahren gibt es Wettbewerbe im Orientierungsreiten”, berichtet Vera Lohrmann. Der Sport sei vor über 30 Jahren in Frankreich mit dem Ziel entstanden, professionelle Wanderreitführer auszubilden, lesen wir auf der Website der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Vera Lohrmann ist so eine Wanderreitführerin. Obwohl sie bereits zahlreiche Qualifikationen und viele Jahre Erfahrung im Orientierungsreiten besaß, entschied sich die Sportlerin für eine DWV-Wanderführer©-Ausbildung an der Heimat- und Wanderakademie Bayern. “Die Routenplanung, die Arbeit mit Karte und Kompass und die Orientierung im Gelände ohne Hilfsmittel muss man immer wieder üben, um nichts zu verlernen. Während der DWV-Wanderführer©-Ausbildung gelang das bestens”, freut sich die Bio-Landwirtin aus Niedersachsen.

So funktioniert das Orientierungsreiten

Techniques de Randonnée Equestre de Compétition, kurz: TREC – so lautet die Fachbezeichnung für das Orientierungsreiten. Die Wettbewerbe bestehen aus drei Teilprüfungen:

  1. Die wichtigste Prüfung ist der Orientierungsritt mit Tempovorgaben. Sie beginnt im so genannten Kartenraum, wo eine Wegstrecke in 20 Minuten präzise von der offiziellen in die eigene Karte übertragen werden muss. Danach geht es auf die Strecke, die abschnittsweise in einem vorgegebenen Tempo zu bewältigen ist. Neben der Orientierung nach Karte in fremdem Gelände ist es eine besondere Herausforderung, zu jedem Zeitpunkt möglichst genau die Durchschnittsgeschwindigkeit einzuhalten – bergauf und bergab ebenso wie in der Ebene.
  2. Nachdem die Pferde auf Gesundheit, Wohlbefinden und Tauglichkeit untersucht wurden, steht die Rittigkeitsprüfung an. Dabei müssen die Tiere in einer zwei Meter breiten Gasse 150 Meter geradeaus im Galopp so langsam und im Schritt so schnell wie möglich vorgestellt werden.
  3. Die letzte Teilprüfung im TREC ist der Geländeritt. Dabei sind Naturhindernisse und Geschicklichkeitsaufgaben zu meistern, denen Reiter auf jedem Ausritt begegnen können. Zum Beispiel müssen Baumstämme übersprungen und Furten durchquert werden.

Interessenten gesucht und willkommen

TREC-Wettbewerbe finden in Deutschland, Europa und weltweit statt. “Für das deutsche Team suchen wir erfahrene Reiterinnen und Reiter – gern auch Leute, die einfach mal etwas Neues mit ihren Pferden ausprobieren wollen.” Natürlich seien gute Orientierungskenntnisse ebenso gefragt wie Ausdauer, Trainings-Bereitschaft und sportlicher Wille, so Vera Lohrmann. Doch am meisten komme es auf den Spaß an der Sache an.