Wandern ist Medizin. Es macht und hält uns gesund. Körper, Geist und Seele kommen in Einklang. Ob Abendrunde, Bergtour oder Wandermarathon: Hauptsache Wandern.

Wandern tut unserem Körper gut! Wenn wir uns aktiv an der frischen Luft bewegen, stärken wir die Atemorgane, fördern die Durchblutung der Gefäße und verbessern die Funktionalität von Muskulatur und Gelenken. Regelmäßiges Wandern ist Konditionstraining – es fördert Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit. Wenn wir es richtig machen, verbessern wir unsere Wandertechnik – die koordinativen Fähigkeiten und die Bewegungsfertigkeiten.

Wandern tut unserem Geist gut! Wir lernen Landschaften kennen, erkunden Natur und Kultur der Regionen, verstehen Geschichte und Kunst. Kurzum: Wir erwerben Wissen und Erfahrungen, wodurch wir unser Leben besser meistern.

Wandern tut unserer Seele gut! Sie ist die wesentlichste Komponente für unsere Gesundheit. Beim Wandern stärken wir psychische Fähigkeiten wie Gedächtnis und logisches Denken, Wahrnehmungsgeschwindigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen. Wir erholen uns vom durch Hektik und Stress geprägten Alltag, finden Zeit für uns und andere und kommen zur Ruhe, ins Gleichgewicht. Dadurch gelingt es uns, leichter Ideen zu sammeln und Pläne zu schmieden. Soziale Fähigkeiten verbessern sich beim gemeinsamen Wandern, ob im Verein, mit Familie, Freunden oder Bekannten.

Leistungsfähig und gesund

In der Sportwissenschaft definieren körperliche, psychische und soziale Faktoren die Sportliche Leistungsfähigkeit, zu der auch veranlagungsbedingte, konstitutionelle und taktisch-kognitive Fähigkeiten gehören.

Für die meisten Wanderer ist der gesundheitliche Aspekt wichtiger als die Sportliche Leistungsfähigkeit. Einfach gesagt: Je besser Körper, Geist und Seele zusammenspielen, desto gesünder sind wir. Das bringt der Soziologe Aaron Antonovsky mit dem Konzept der Salutogenese zum Ausdruck. Demnach ist Gesundheit kein Zustand, sondern ein Prozess. Wir müssen laufend darauf achten.

Gesundheit als Prozess

Wir Menschen können weder gänzlich krank noch hundertprozentig gesund sein. Wie gesund wir sind, hängt davon ab, inwiefern wir Stressoren erfolgreich bewältigen. Das sind innerliche und äußerliche Reize.

Es gibt physikalische Stressoren, zum Beispiel körperliche Verletzungen, biochemische Stressoren, beispielsweise unzureichende Ernährung, sowie psychosoziale Stressoren. Psychosoziale Stressoren haben den beträchtlichsten Einfluss auf unsere Gesundheit: der Tod eines Angehörigen, die Trennung vom Ehepartner, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Wechsel der gewohnten Wohnumgebung usw.

Für die erfolgreiche Bewältigung der Stressoren und somit für mehr Gesundheit sind drei Faktoren entscheidend, die in der Salutogenese als Koheränzgefühl zusammengefasst werden. Erstens: Die Fähigkeit, die Zusammenhänge im Leben zu verstehen – das Gefühl der Verstehbarkeit. Zweitens: Die Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können – das Gefühl der Handhabbarkeit. Und drittens: Der Glaube an den Sinn des Lebens – das Gefühl der Sinnhaftigkeit.

Wenn wir wandern, schulen wir diese Gefühle: Wir werden gesünder. In diesem Sinne: Frisch auf!