Der Deutsche Wanderverband (DWV) fordert, bundesweit einheitliche Mindestkriterien für zertifizierte Qualitätsangebote im Wandertourismus in die Nationale Tourismusstrategie aufzunehmen. Nur so könne das Wandern laut DWV als Kernaktivität im Deutschlandtourismus wachsen, der Gesundheit dienen und die Lebensqualität der Menschen steigern.

Vier von fünf Wanderer in Deutschland würden Reiseentscheidungen von Wanderangeboten abhängig machen, so DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß. Qualitätsangebote im Wandertourismus seien daher “eine wirtschaftlich wichtige Säule im Qualitätstourismus in Deutschland”. “Außerdem fördern zertifizierte Wanderangebote die Gesundheit und steigern so die Lebensqualität des Menschen, wie mehrere Studien am Beispiel des vom DWV zertifizierten Gesundheitswanderns nachgewiesen haben”, sagt Dr. Rauchfuß, und weiter: “Besonders auch für ältere Menschen, deren Zahl zunehmen wird, ist die Möglichkeit des wohnortnahen und auch urbanen Wanderns ein bedeutsamer Aspekt für ihre Lebensqualität. Die Pflege und Weiterentwicklung der entsprechenden Infrastruktur funktionieren in großen Teilen ehrenamtlich. Rund 200.000 Kilometer Wanderwege verdankt der Deutschlandtourismus weitgehend diesem bürgerschaftlichen Engagement. All dies fehlt bislang in der Nationalen Tourismusstrategie.”

Ein Konzept für den Wandertourismus

“Für eine bundeseinheitliche Sicherung und qualitative Weiterentwicklung des Wanderwegeangebotes in Deutschland” fordere der DWV für die Nationale Tourismusstrategie “die Erarbeitung einer nationalen Wandertourismuskonzeption”, so Dr. Rauchfuß. Sie müsse Möglichkeiten für die Koordination der ehrenamtlichen Leistungen vorsehen und eine fortschreitende Grundlagenuntersuchung, Monitoring und Trendforschung beinhalten. Schließlich solle die Nationale Tourismusstrategie ein nationales Wissensmanagement für den Wandertourismus vorsehen, dass das nationale Wanderangebot qualitativ fördert. “Dieses zentral zu koordinierende Wissensmanagement würde bundeseinheitliche Standards schaffen und diese weiterentwickeln. Es würde Best-Practice-Lösungen bündeln und kommunizieren sowie Wissensaustausch auf örtlicher, regionaler und Landesebene auch mit Hilfe von digitalen eLearning-Ansätzen organisieren“, meint der DWV-Präsident.

Naturnahe Wege bewahren und schaffen

Grundlage eines qualitativ hochwertigen Wanderangebotes sind naturnahe Wanderwege. Diese werden jedoch zunehmend asphaltiert oder geschottert. Das ist nicht nur für den Natur- und Klimaschutz verheerend, sondern behindert das Bedürfnis von knapp 40 Millionen Menschen in Deutschland nach gesundheitsfördernder und gelenkschonender Fortbewegung zu zu Fuß und schränkt so deren Lebensqualität ein. Darüber hinaus gefährdet der Verlust naturnaher Wege den Qualitätstourismus, da er Zertifizierungen von Wanderwegen massiv behindert. Die Nationale Tourismusstrategie sollte dieser Fehlentwicklung begegnen, indem sie entsprechende Planungsvorschriften vorsieht, meint der DWV.

Zukunftsforum “Bessere Chancen für Fußgänger”

Der Wanderverband Bayern nimmt sich der Thematik im Rahmen des Zukunftsforums “Bessere Chancen für Fußgänger” an. Gemeinsam mit anderen Umwelt-, Naturschutz- und Wandervereinen, Bürgerinitiativen und Experten aus der Wirtschaft sollen Lösungen gegen den Verlust von Fußwegen und Wanderinfrastruktur gefunden werden.

Zukunftsforum “Bessere Chancen für Fußgänger”
Samstag, 18. Juli 2020, von 9 bis 16 Uhr
DJH-Jugendherberge München-Park, Miesingstrasse 4, 81379 München

Informationen zur Anmeldung folgen. Eine unverbindliche Voranmeldung ist formlos per E-Mail möglich. Schreiben Sie bitte an info@wanderverband-bayern.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Mehr zur Nationalen Tourismusstrategie: Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie