Wandern ist gesund. Es stärkt Körper, Geist und Seele. Und es verbrennt Kalorien. Nur: Wie viele? Eine amerikanische Forschungsgruppe hat eine neue Formel entwickelt, mit der sich der Kalorienverbrauch beim Wandern ziemlich exakt berechnen lässt. Wir haben daraus einen Online-Rechner gemacht.

Wandern bergauf ist anstrengender als in der Ebene und verbraucht mehr Energie. Bergab wandern scheint zunächst einfacher – solange es nicht zu steil wird. Wer öfters in den Alpen wandert, weiß: Ab einem gewissen Gefälle wird’s ebenfalls anstrengend.

Der genaue Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit, der Steigung und dem Energieverbrauch ist kompliziert. Forscher des United States Army Research Institute of Environmental Medicine haben dazu eine Gleichung entwickelt, für die sie Daten aus elf verschiedenen Studien auswerteten.

Die “Zauberformel”

Die Gleichung gibt die Leistung (P) in Watt pro Kilogramm Körpergewicht (W/kg) als Funktion des Wandertempos (v) in Metern pro Sekunde (m/s) und der Steigung (hier: G) in Prozent (%) an. Negative Steigungen entsprechen Gefälle. Die Formel lautet:

P = 1,44 + 1,94 × v^0.43 + 0,24 × v^4 + 0,34 × v × G × (1-1,05^(1-1,11^(G+32)))

Unter Berücksichtigung des Körpergewichts (m in kg) lässt sich mit einer zweiten Formel der Energieverbrauch des Wanderers pro Stunde (E in kcal/h) berechnen:

E = 0,86 × P × m

Unsere Abbildung 1 zeigt eine Visualisierung der Gleichungen für zwei Personen mit 75 kg und 90 kg Körpergewicht. Die Strichlinien zeigen den Kalorienverbrauch der 75-kg-Person in der Ebene (blau), bei einem Anstieg von 15% (rot) und bei einem Abstieg von 45% (grün). Die durchgezogenen Linien zeigen, dass die 90-kg-Person bei denselben Tätigkeiten deutlich mehr Kalorien verbraucht.

Die Punktlinien zeigen den Kalorienverbrauch pro Kilometer (kcal/km). Dieser bleibt beim Wandern interessanterweise beinah konstant, selbst wenn sehr schnell gewandert wird. Erst bei Tempi ab etwa 9 km/h nimmt der Kalorienverbrauch pro Kilometer zu, also beim Laufsport. Mit anderen Worten:

Ausdauerndes Wandern bei mittlerem Tempo verbraucht mehr Kalorien als kurzes Wandern bei hohem Tempo oder Spazierengehen bei niedrigem Tempo.

Abbildung 2 visualisiert die Abhängigkeit des Energieverbrauchs von An- oder Abstieg für eine Person mit 75 kg Körpergewicht. Es wird deutlich, das steiles Bergangehen viel Energie verbraucht – je höher das Tempo, desto mehr. In der Praxis erreichen die meisten Wanderer jedoch schnell ihre Leistungsgrenze und können ihren Energieverbrauch nicht weiter steigern. Um die individuelle Leistungsgrenze anzuheben, hilft nur Training.

Überraschender als das Bergauf- ist das Bergabgehen: Bis etwa 10% Gefälle sinkt der Energieverbrauch gegenüber dem Wandern in der Ebene, bei größerem Gefälle steigt er. Fazit: Öfter mal kräftige An- und Abstiege wählen und regelmäßig wandern, dann purzeln die Pfunde.

Rechnen Sie Ihren Energieverbrauch aus!

Mit unserem einfachen Online-Rechner können Sie selbst ausrechnen, wie viel Kalorien Sie auf einer Wanderung bzw. einem Streckenabschnitt verbrauchen. Probieren Sie es doch gleich mal aus:

Online-Rechner: Energieverbrauch beim Wandern

Geben Sie links bei Inputs Ihre Werte ein – rechts bei Outputs erhalten Sie die Ergebnisse.

Direkter Link zum Online-Rechner: Energieverbrauch beim Wandern