Weithin bekannt ist, dass der Bayerische Landtag im Juli 2019 das erfolgreiche Volksbegehren Artenvielfalt verabschiedet hat. Es wurde vom Wanderverband Bayern unterstützt. Eher unbekannt ist, dass die seit dem 1. August 2019 geltenden Gesetze auch Vorschriften zur Vermeidung der Lichtverschmutzung enthalten.

In einer Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz heißt es dazu: “Um nachtaktiven Tieren wie Fledermäusen, Insekten und Zugvögeln mehr ungestörte Lebensräume zu bieten, werden störende Lichtquellen reduziert. Himmelsstrahler und Einrichtungen mit ähnlicher Wirkung sind deshalb grundsätzlich unzulässig. Die Fassadenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden wird ab 23 Uhr abgeschaltet. Im Außenbereich ist die Beleuchtung von Werbeanlagen grundsätzlich untersagt.”

Im Bayersichen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) wurde ein neuer Artikel 11a eingeführt. Er lautet: “1Eingriffe in die Insektenfauna durch künstliche Beleuchtung im Außenbereich sind zu vermeiden. 2Himmelstrahler und Einrichtungen mit ähnlicher Wirkung sind unzulässig. 3Beim Aufstellen von Beleuchtungsanlagen im Außenbereich müssen die Auswirkungen auf die Insektenfauna, insbesondere deren Beeinträchtigung und Schädigung, überprüft und die Ziele des Artenschutzes berücksichtigt werden. 4Beleuchtungen in unmittelbarer Nähe von geschützten Landschaftsbestandteilen und Biotopen sind nur in Ausnahmefällen von der zuständigen Behörde oder mit deren Einvernehmen zu genehmigen.”

Viele Experten sind sich einig, dass die Lichtverschmutzung für das massenhafte Insektensterben der letzten Jahre mitverantwortlich ist. Lichtverschmutzung bezeichnet die dauernde Abwesenheit völliger Dunkelheit in den davon betroffenen Gebieten der Erde. Sie beeinträchtigt nicht nur Pflanzen und Tiere in ihren Lebensräumen – auch auf den menschlichen Organismus hat die Lichtverschmutzung negative Auswirkungen.

Derweil gibt es etliche Forschungsstellen, Aktionsgruppen und Vereine, die sich mit der Lichtverschmutzung befassen, Aufklärungsarbeit leisten und Maßnahmen zur Verringerung der Lichtverschmutzung treffen.